Ich wurde am
6. November 1951 spät abends auf dem Nachhauseweg von der Stasi verhaftet, nach
Dresden gebracht und dort nach etwa 3-4 Tagen dem SMT übergeben. Zu diesem
Zeitpunkt war ich bereits Ende 3. Monats schwanger.
Anfang Februar 1951 wurde ich dann wegen
Spionage zu 15 Jahren Arbeitslager (abzubüßen in einem Arbeitslager in der
UdSSR) vom SMT verurteilt. Während des Transportes erlitt ich einen
Zusammenbruch, man brachte mich nach Dresden zurück, von dort über Bautzen nach
Hoheneck.
In Hoheneck kam ich mit zwei Kriminellen in eine
Zelle. Diese beiden Frauen waren ebenfalls schwanger, jedoch nicht das erste Mal
inhaftiert. Sie ließen mich fast täglich wissen, dass sie in drei bzw. sechs
Monaten wieder zu Hause wären und ich müsste 15 Jahre sitzen.
Mit zwei Wochen
Verspätung kam dann am 27. Mai 1952 meine Tochter Karin zur Welt.
(Bericht von Eva-Maria Koch)