Wer wir sind
W ir gehören zu den Kindern, die nach dem Ende des 2. Weltkrieges in
einem sowjetischen Lager in Deutschland, einem der zehn so genannten "Speziallager" oder einem Gefängnis
der DDR geboren wurden.
M indestens 122.671 Deutsche waren unter der Herrschaft Stalins von 1945
bis 1950 in Lagern in Deutschland inhaftiert. Offiziell galten sie als
Naziverbrecher und werden manchmal noch heute so bezeichnet, obwohl selbst
die russische Justiz inzwischen in über 75 Prozent der Anträge auf
Rehabilitierung das Urteil aufgehoben hat und die Betroffenen zu unschuldigen Opfern
politischer Verfolgung erklärte.
Ohne Einzelfallprüfung und somit oft auch ohne Gerichtverfahren wurden
diese Menschen in Lagern eingesperrt, die
zuvor schon von den Nationalsozialisten als Konzentrationslager genutzt
wurden. Es waren Lager wie Buchenwald, Sachsenhausen, Bautzen und andere.
Dort lebten sie unter Bedingungen, wie wir sie uns heute
nicht vorstellen können. 42.889 von ihnen nennt der offizielle
Abschlussbericht der "Abteilung Speziallager" aus dem Jahr 1950 als
verstorben. Das entspricht einer Todesrate von 36 Prozent. Viele Häftlinge
verhungerten einfach oder starben an den Krankheiten, denen sie nichts mehr
entgegensetzen konnten.
A ls die letzten Lager 1950 aufgelöst wurden, übergaben die
sowjetischen Behörden viele Häftlinge "zur weiteren Strafverbüßung" an die
neugegründete DDR.
Die schickte die Frauen
und Kinder in das Gefängnis von Hoheneck, das wohl bekannteste und
gefürchtetste DDR-Gefängnis für politisch verurteilten Frauen. Man trennte
die Kinder von den Müttern und steckte sie in Heime, wo sie isoliert wurden. Ähnlich erging es
auch jenen Kindern, die in den Gefängnissen der DDR geboren wurden. Sie
alle wurden von der Mutter getrennt und in Heime gesteckt, wo sie im "Geiste des
Sozialismus" erzogen werden sollten. Erst mit der
Entlassung der Mutter, oft nach vielen langen Jahren, gab es - nicht für alle
- ein Wiedersehen
zwischen Mutter und Kind, doch nicht immer fand man nach den langen Jahren der Trennung
dann auch wieder zueinander.
K aum ein Historiker hat sich bisher dieses Themas
angenommen. Jeder, der in der DDR aufgewachsen ist, kennt zwar den Roman "Nackt
unter Wölfen" und damit die Geschichte von Jerzy Zweig, dem "Kind von
Buchenwald". Wer in der DDR erfuhr aber, dass auch nach 1945 in Buchenwald,
Sachsenhausen und anderen Lagern und Gefängnissen Kinder waren. Kinder, die
dort geboren wurden, lebten - und manchmal auch starben. Sie waren nicht
weniger unschuldig als es Jerzy Zweig und die anderen Häftlinge in den
nationalsozialistischen Konzentrationslagern waren. Ihnen allen ist diese Website
gewidmet.
Sie könne die Geschichte auch sehr ausführlicher
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(Soon availible in English)
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